Malvar - Die Parabel der autochthonen Rebsorten

Malvar - Die Parabel der autochthonen Rebsorten

Malvar - Die Parabel der autochthonen Rebsorten

Es gibt Rebsorten, die sind Chamäleons und funktionieren an vielen Orten im Boden und für viele Menschen im Glas. Chardonnay ist so eine. Grauburgunder, auch genannt Pinot Grigio oder Pinot Gris ist auch so eine. Dann gibt es Rebsorten, die sind nicht sehr anpassungsfähig, sondern können ihr bestes nur unter bestimmten Bedingungen geben. Sie sind dafür besonders hart im Nehmen. Am liebsten wachsen diese Rebsorten dort, wo sie entstanden sind. Man nennt sie heimische oder autochthone Rebsorten. Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen und bildet sich aus den beiden altgriechischen Wörtern autós ("selbst") und chthōn ("Erde"). 

Weil Reben in den letzten hunderten von Jahren ziemlich weit rumgekommen sind in der Weltgeschichte und mit der Massenproduktion von Wein oft die sichere Bank – also die pflegeleichten und ertragsreichen Chamäleonreben gepflanzt wurden, sind manche Rebsorten von der Karte verschwunden – also buchtsäblich rausgerupft worden. Vor allem im Laufe des letzten Jahrhunderts hat diese uniforme Globalisierung im Weinberg zugenommen. 

Das hier ist die Geschichte von Malvar, einer einheimischen Rebsorte in Toledo und Madrid, die sehr geringe Erträge abwirft und die gewichen ist für den Trend der oben genannten internationalen Rebsorten wie Chardonnay und Sauvignon Blanc. 

Malvar ist dank ihrer Entwicklungsgeschichte ideal an die klimatischen Bedingungen auf der kastilischen Hochebene auf 800 Metern mitten im größten Weinberg der Welt, auch genannt La Mancha, angepasst. Wer Penelope Cruz in Pedro Almodovars Filmen in die Augen geschaut hat, weiß, dass diese Lebensumstände kein Kindergeburtstag sind. Wind, Wind, Wind, brütend heiße Sommer, furchtbar kalte Winter. All das kann Malvar noch besser als Penelope aushalten.

In den letzten Jahren gibt es auch in der Weinindustrie die Entwicklung dahin, sich auf das Wesentliche zu besinnen. In diesem toledanischen Fall heißt das zum Beispiel: Die hier heimischen alten Buschreben sind nie bewässert worden. Deshalb sparen sie viel Wasser in dieser trockenen Region. Es bedeutet im größeren Rahmen, sich von Rebsorten zu verabschieden, die nicht überall auf der Welt gute Weine hervorbringen und sich denen anzunähern, die in ihrem Kontext das Beste geben. 1999 haben Alexandra, May und Gonzalo begonnen, hier Wein zu machen. Dabei stießen sie auf ein Hektar Malvar. Da die drei ÖnologInnen die Region mit größtmöglichem Respekt und Vorsicht behandeln, liegt ihr Fokus auf einheimischen Rebsorten. Sie haben sich deshalb entschieden, Malvar zu rekultivieren. Was dabei rauskommt ist einer unserer liebsten spanischen Weißweine. La Malvar de Más Que Vinos: Handgelesen, zur Hälfte in der alten Tonamphore zur Hälfte im großen Eichenfass vergoren und nach sechs Monaten abgefüllt. Más Que Vinos ist eines von etwa vier Weingütern, das dank der Rekultivierung dieser Rebsorte in der Region südlich von Madrid einen reinsortigen Malvar herstellt. Dieser bringt das Creamy in unser CRISP'N'CREAMY bud.